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Neue Diagnosekriterien bei Morbus Bechterew - Nachbericht zum Pressefrühstück
Verbesserungen in Diagnose und Therapie
30.04.2010 - 14:10 - Kategorie: Medizin - (pts)
Morbus Bechterew - Neue Diagnosekriterien bei Morbus Bechterew
Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis) ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen. Er beginnt schleichend und manifestiert sich in vielgestaltiger Weise vorwiegend im frühen Erwachsenenalter. Neueste Fortschritte ermöglichen es nun, betroffene Patienten rascher zu identifizieren und frühzeitig einer gezielten, innovativen Behandlung zuzuführen.
Lange Zeit konnte die Diagnose nur mittels Röntgen gestellt werden. Allerdings werden die krankheitstypischen Veränderungen in Form von Knochenspangenneubildungen erst lange nach Beschwerdebeginn sichtbar. Kürzlich hat nun eine internationale Expertengruppe die "ASAS-Klassifikationskriterien zur Diagnose einer axialen Spondylarthritis" publiziert. Diese definieren standardisierte krankheitskennzeichnende magnetresonanztomographische Veränderungen einer prä- bzw. nicht-röntgenologischen axialen Spondarthritis als zentrale Untersuchungsparameter. Sie berücksichtigen auch das klinische Beschwerdebild sowie serologische Parameter wie C-reaktives Protein (CRP) und besonders HLA B27. "Die neuen Kriterien ermöglichen eine Diagnose auch auf der Basis rein klinischer Befunde ohne Bildgebung", betont Prim. Dr. Burkhard Leeb, Landesklinikum Weinviertel Stockerau, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation. "Damit lässt sich Morbus Bechterew wesentlich früher erkennen, was wiederum für den Patienten vorteilhaft ist, weil frühzeitig eine adäquate Therapie einsetzen kann."
Hauptursache gezielt bekämpfen
Die Hauptursache für die Krankheitssymptome des Morbus Bechterew ist eine überschießende Produktion des körpereigenen Botenstoffes Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha). Diese setzt eine unkontrollierte Entzündung in Gang, die ihrerseits Schmerzen an Wirbelsäulengelenken und Sehnenansätzen im Beckenbereich oder an der Ferse verursacht. Im Laufe der Zeit können zusätzlich Bewegungseinschränkungen auftreten.
Das Therapieschema bei Morbus Bechterew beruht auf einem Zwei-Säulen-Modell. Medikamentöse Schmerzlinderung bildet für die meisten Betroffenen die Voraussetzung, um mit einer Bewegungstherapie beginnen zu können. Denn, so Prim. Leeb: "Ohne Bewegung geht es nicht!" Gezielte Heilgymnastik bildet nach wie vor die wesentlichste Säule zum Schutz vor strukturellen Veränderungen. Optimale Ergebnisse werden somit nur durch die Kombination von medikamentöser und physiotherapeutischer Behandlung erzielt.
"Die medikamentöse Initialbehandlung erfolgt mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)", erklärt Univ.-Prof. Manfred Herold, Universitätsklinik Innsbruck. "Diese herkömmliche Therapieform ist jedoch nicht immer in der Lage, den krankheitsspezifischen Entzündungen Einhalt zu gebieten. Bei Patienten, die nicht ausreichend ansprechen, ist der Einsatz eines TNF-alpha-Blockers mit dem Wirkstoff Golimumab indiziert."
TNF-alpha-Blocker haben in den letzten Jahren das Behandlungsspektrum bei Morbus Bechterew und vielen anderen entzündlichen Wirbel- und Gelenkserkrankungen entscheidend erweitert, wie Prim. Leeb hervorhebt. Seit 1. Oktober 2009 ist nun ein Präparat mit dem Wirkstoff Golimumab EU-weit zugelassen (bei den Indikationen chronische Polyarthritis, Psoriasis Arthritis und Morbus Bechterew). Univ.-Prof. Herold: "Der Wirkstoff Golimumab blockiert den Botenstoff TNF-alpha und bringt somit Entzündungsprozesse und die daraus resultierenden Beschwerden rasch und gezielt zum Abklingen." Der neue TNF-alfa-Blocker kann von den Patienten einmal pro Monat selbst subkutan injiziert werden und bietet somit höchsten Anwenderkomfort.
Morbus Bechterew-Patienten in ganz Österreich können sich für umfassende Beratung und Unterstützung auch an die Selbsthilfegruppe Morbus Bechterew wenden. Die derzeit rund 1.350 Mitglieder erhalten die 4 x jährlich erscheinende Zeitung "morbus bechterew Aktiv".
Weitere Infos: Kontaktadressen, Veranstaltungen, Vorträge usw. unter http://www.bechterew.at
(Ende)
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Pressekontakt
Aussender: Hennrich.PR
Ansprechpartner: Daniela Hennrich
Tel.: 0664/408 18 18
E-Mail: office [at] hennrich-pr [dot] at
[ Quelle: http://pressetext.com/news/100430033/ ]
[ Fotos: http://pressetext.com/show_attach.mc?pte=100430033 ]
Wien (pts/30.04.2010/14:10)
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