- Startseite
- Pressemitteilung erstellen
- Kategorien
- Bauen und Wohnen
- Bildung und Beruf
- Daten- und Kommunikationsnetze
- Finanzen, Versicherungen und Recht
- Gesellschaft und Politik
- Gesundheit und Wellness
- Informations- und Kommunikationstechnologie
- Internetangebote
- Internettechnologien
- Kunst und Kultur
- Lifestyle und Konsumgüter
- Marketing und Werbung
- Natur und Umwelt
- PR und Medien
- Reise und Touristik
- Software und Branchenlösungen
- Sport & Freizeitaktivitäten
- Unterhaltungselektronik
- Verkehr und Logistik
- Wirtschaft und Industrie
- Wissenschaft und Forschung
- Informationen
- Benutzerpanel
- Impressum
"DER STANDARD"-Kommentar: "Ausgewogen, aber nicht mutig" von Alexandra Föderl-Schmid
08.02.2012 - 19:33 - Kategorie: Politik - (ots)
Augen zu und durch: Alles spricht dafür, die Verhandlungen über das Steuer- und Sparpaket nicht weiter in die Länge zu ziehen, sondern zügig abzuschließen. Die Vertreter der Beamten und der Bundesländer murren und wollen sich bitten lassen. Das war abzusehen. Wenn sich die Bundesregierung nun auf langwierige Verhandlungen einlässt, dann wird das Gesamtpaket wieder zerredet werden. Sie kann gleich wieder von vorne anfangen. Was bisher bekannt ist, klingt nach einem ausgewogenen Mix von Ausgaben und Einnahmen. Die von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zu Verhandlungsbeginn ausgegebene 70:30-Formel scheint aufzugehen. Er hat sich damit als Realist erwiesen - was das Kräfteverhältnis in der Koalition betrifft und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Mitterlehner hat damit mehr Weitblick als VP-Chef Michael Spindelegger gezeigt, der lange Zeit von einem rein ausgabenseitigen Sparpaket gesprochen hat. Dadurch hat er den Eindruck erweckt, es würde ohne Steuer- und Abgabenerhöhung gehen. Dass die Bestverdienenden in irgendeiner Form einen Beitrag leisten müssen, ist für die soziale Symmetrie unabdingbar. Verschiedene Modelle waren in Diskussion, die Koalition hat sich für ein treffsicheres entschieden, das zudem auf einem österreichischen Sonderweg beruht. Denn die steuerliche Behandlung des 13. und 14. Gehalts ist eine heilige Kuh, die in Österreich nicht geschlachtet werden darf - das hat einst das Liberale Forum leidvoll erfahren. Befürchtungen, dass damit der vielzitierte Mittelstand betroffen sein wird, können angesichts eines Jahreseinkommens ab 180.000 Euro zerstreut werden. Und Banken und Großkonzerne kommen durch die geplanten Änderungen bei der Gruppenbesteuerung dran. Auch gegen eine Steuer auf Umwidmungen von Grundstücken ist nichts einzuwenden, weil hier viel Geld verdient werden kann. Man hätte noch mutiger sein und die Einheitswerte neu berechnen müssen. Aber hier hat die ÖVP vor allem die Landwirte schützen wollen. Dafür hat die SPÖ nicht die von Gewerkschaften und Arbeiterkammer forcierte Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer durchsetzen können. Mehr Mut hätten die Koalitionäre gebraucht, um sich von milliardenteuren Tunnelprojekten wie dem Koralmtunnel oder dem Brennerbasistunnel zu verabschieden, die von Experten hinterfragt werden und vor allem politische Gefälligkeiten für Landeshauptleute sind. Es wäre auch die Chance gewesen, ökologische Lenkungskomponenten bei Steuern und Abgaben einzuführen. Immerhin etwas Mut haben die Koalitionäre bewiesen, indem sie das Tabuthema Pensionen und Beamten angepackt haben. Dass der öffentliche Dienst einen Obolus leisten muss, ist angesichts der relativen Arbeitsplatzsicherheit und der Einkommenshöhe fair. Beim Pensionseintrittsalter, das im Durchschnitt bei 58,9 Jahren bzw. 57,5 bei Frauen liegt, herrscht seit Jahren Handlungsbedarf. Dass endlich Schlupflöcher geschlossen werden und über eine raschere Anhebung des Frauenpensionsalters diskutiert wird, war überfällig. Vor allem Michael Spindelegger hat es nun in der Hand, Fritz Neugebauer und die Ländervertreter von der Notwendigkeit, sich dem Gesamtpaket nicht zu verweigern, zu überzeugen. Sonst steht er als Verlierer da.
Rückfragehinweis: Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/449/aom
Bewertung
Werbung
Pressefach
Der Standard
Ortsbezug
Weitere Meldungen von Der Standard
- DER STANDARD-Kommentar "Umfaller mit Ansage" von Gerald John
- "DER STANDARD"-Kommentar: "Anleitung zur Anstandslosigkeit" von Michael Völker
- DER STANDARD-Kommentar "Stunde der sonnigen Populisten" von Eric Frey
- "DER STANDARD"-Kommentar: "Gebt die Unis frei!" von Lisa Nimmervoll
- "DER STANDARD"-Kommentar: "Abgang eines Querulanten" von Michael Völker
- 1 von 13
- ››
Ähnliche Medienmitteilungen
DER STANDARD-Kommentar "Die Koalitionsbremse" von Alexandra Föderl-SchmidSie würden gerne fremd gehen, trauen sich aber nicht. Diesen Eindruck vermitteln die beiden Partner in der österreichischen Bundesregierung. Die SPÖ liebäugelt mit den Grünen, die ÖVP hofiert die FPÖ. Der Juniorpartner in der Regierung zeigt damit, so offen wie seit Jahren nicht mehr, dass die ÖVP für eine Neuauflage von Schwarz-Blau zu haben ist - auch mit Heinz-Christian Strache. Dass sich... |
"DER STANDARD"-Kommentar: "Abtauchen und ignorieren" von Alexandra Föderl-SchmidWo ist der Kanzler? Seit Freitag ist er abgetaucht. Es gibt nur eine schriftliche Erklärung von Werner Faymann und Michael Spindelegger zur Herabstufung der Bonität durch Standard & Poor's, in der beide betonen, dass dieser Schritt "unverständlich" sei. Wer erwartet hatte, der Regierungschef werde am Montag nach dem Treffen mit Vertretern von Nationalbank und Finanzmarktaufsicht eine... |
DER STANDARD-Kommentar: "Ein erster Schritt, nicht mehr" von Alexandra Föderl-SchmidDer Rückzug Niko Pelinkas war ein erster, wichtiger Schritt. Die nächsten in Richtung Entpolitisierung des ORF werden schwieriger zu erzwingen, denn in dem Fall wurde so dreist und dumm vorgegangen, dass die Rücknahme der Personalentscheidung auch aus Sicht der SPÖ die beste Lösung war. Wenn Wrabetz beteuert, "die geplante Bestellung war ebenso wenig Gegenstand einer parteipolitischen Absprache... |
DER STANDARD - Kommentar "Keine Grenzen, keine Konsequenzen" von Alexandra Föderl-SchmidWas muss Heinz-Christian Strache sagen, damit die ÖVP zu dem Schluss kommt: Mit einer Partei, in der Menschen mit einer rechtsextremen Gesinnung aktiv sind, kann man keine Koalition bilden. VP-Chef Michael Spindelegger zeigt sich zwar empört über Straches Aussagen zur Judenverfolgung und fordert eine Entschuldigung. Ein Koalitionskandidat ist die FPÖ aber weiter für ihn. Denn: Was nach den... |
DER STANDARD-Kommentar: "Fast eine Selbstkritik des Papstes" von Alexandra Föderl-SchmidDie reformorientierte Pfarrerinitiative rund um Helmut Schüller hat viel erreicht. Dass Papst Benedikt XVI. auf ihre Forderungen in der Chrisammesse vor 3000 Priestern eingegangen ist, wertet die Reformkräfte auf und zeigt: Sie werden ernst genommen. Auch wenn er "von einer Gruppe von Priestern in einem europäischen Land" gesprochen hat, war klar, wer gemeint ist. Benedikt XVI. billigt den... |
DER STANDARD-Kommentar: "Hilfe für Ungarn mit Auflagen" von Alexandra Föderl-SchmidWas in Ungarn passiert, trifft Österreich voll. Wenn Ungarn in eine Staatspleite schlittert, wäre dies für die im Nachbarland stark engagierten österreichischen Banken eine Katastrophe - und damit für die ganze Republik. Auch andere österreichische Unternehmen sind durch die ungarische Steuerpolitik betroffen. Etwa durch die Sondersteuer zum Stopfen der Budgetlöcher, mit der der Umsatz von... |