Das Presseportal

ptext.de ist eine Plattform für kostenfreie Pressemitteilungen. Alle Pressemitteilungen, werden anspruchsvoll präsentiert und an Google News übermittelt.

PR mit Ortsbezug

Lokale Nachrichten werden besser wahrgenommen. Publizieren Sie Pressemeldungen gezielter, dank der neuen Geo-Kodierung.

Jetzt aussenden!

Pressemitteilungen veröffentlichen ist einfach und schnell. Hier zeigen wir Ihnen unsere moderne Oberfläche und Agentur-Funktionen.

Robert Menasse eröffnet 5. Mediengipfel am Arlberg mit flammendem Plädoyer für Europa

02.12.2011 - 07:56 - Kategorie: Verlage, Zeitungen und Zeitschriften - (ots)
Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hielt den Prolog mit dem provokanten Titel "Grüße aus Auschwitz!" beim 5. Mediengipfel in Lech am Arlberg. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/pro.media kommunikation gmbh" (Zoom)

Nach der offiziellen Begrüßung der hochkarätigen Teilnehmer des 5. am durch den designierten Vorarlberger Landeshauptmann Markus , sorgte Autor Robert Menasse mit seinem provokanten Eröffnungsprolog "Grüße aus Auschwitz!" für den ersten Paukenschlag. Bei der anschließenden zum Thema "Das gemeinsame Europa und seine Irrtümer" lieferten sich -Chefredakteur Markus , Zeit-Österreich-Chef Joachim Riedl und Philosoph Konrad Paul Liessmann einen heftigen Schlagabtausch.

Lech am Arlberg ist in den kommenden Tagen der Nabel der europäischen Medienwelt. Von 1. bis 3. Dezember 2011 diskutieren namhafte Journalisten aus den renommiertesten Redaktionen, Politiker und Experten die Zukunft des vereinten Europas sowie die aktuelle Mediensituation in Ungarn. Die Eröffnung des 5. Mediengipfels am Arlberg erfolgte durch den designierten Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner, der es sich nicht nehmen ließ, wenige Tage vor seiner offiziellen Amtsübernahme vor diesem einzigartigen Publikum, bestehend aus den wichtigsten Meinungsmachern Mitteleuropas, aufzutreten. Wallner plädierte bei dieser Gelegenheit an die Anwesenden, das Vertrauen in Europas politische Ebene nicht zu verlieren: "Auch wenn die Spekulanten oft schneller sind als die Politik, was auch mir Sorgen bereitet." In seiner Ansprache ging der künftige Landeshauptmann, passend zum diesjährigen Thema der Veranstaltung "Ende oder Wende - Zerbricht Europa?", auf die besondere Rolle Vorarlbergs als grenzüberschreitende Region im Herzen Europas ein, die Integration tagtäglich lebt: "Wir wissen, wie sehr wir von den engen Verflechtungen zu unseren Nachbarn abhängen. Mehr als jeden zweiten Euro verdient Vorarlberg im Ausland, wir sind extrem exportorientiert." Daher erhoffe er sich von den hochkarätigen Teilnehmern des Mediengipfels, die eben diese Zukunft Europas diskutieren, mögliche Lösungsvorschläge angesichts der aktuellen Probleme. Neben Wallner begrüßten auch der Bürgermeister von Lech, Ludwig Muxel, sowie der Geschäftsführer von Lech Zürs Tourismus, Hermann Fercher, die prominenten .

Provokanter Menasse-Prolog: Europa steckt in einer Systemkrise

Für einen Auftakt nach Maß sorgte Schriftsteller Robert Menasse, der im Zuge seines Eröffnungsprologs mit dem Titel "Grüße aus Auschwitz!" mit der Europäischen Politik hart ins Gericht ging: "Ich bezweifle die demokratische Legitimation jener Regierungschefs, die sich damit brüsten, was sie in Brüssel wieder gegen die EU und für ihren kuscheligen Nationalstaat durgesetzt haben." Hinter diesem System stecke eine groteske Logik, so Menasse weiter, angesichts derer man die stagnierende und teils rückläufige Europäische Integration verstehen muss und die in weiterer Folge zur aktuellen Finanzkrise geführt habe. Menasse weigert sich daher, von einer Finanzkrise zu sprechen und nennt die aktuelle Bredouille der EU eine "politische Krise". Insbesondere der Europäische Rat stellt für Menasse eine kontraproduktive Institution am Weg zum vereinten Europa dar: "Da sitzen die Hyänen der nationalen Politik drinnen." Den Lissabon-Vertrag, der es nicht fertig gebracht habe, das Europäische Parlament mit echten parlamentarischen Rechten auszustatten und so vom Einfluss des nationalstaatlichen Denkens zu befreien, nennt der Autor "einen einzigen, großen Betrugsfall". Dieser Widerspruch zwischen so genannten "nationalen Interessen" und dem supranationalen Gedanken der EU, drohe zur Zerreißprobe Europas zu werden. In gewohnt provokanter Manier rief Menasse dazu auf, der Politik ihr Fehlverhalten aufzuzeigen: "Man müsste allen, die heute das Europäische Projekt blockieren, die sogar versuchen uns am eingeschlagenen Weg zurückzudrängen, Ansichtskarten aus Auschwitz schicken, um ihnen vor Augen zu führen, was diese nationalistische Geisteshaltung schon einmal angerichtet hat."

Leidenschaftliche Podiumsdiskussion zur Zukunft Europas

Robert Menasse lieferte mit seinem flammenden Plädoyer für die Europäische Integration eine perfekte Steilvorlage für die darauffolgende hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion unter der Leitung von "Der Standard"-Chefredakteurin Alexandra -Schmid. So widersprach Philosoph Konrad Paul Liessmann Menasse, indem er darauf verwies, dass in Europa bereits einmal transnationale Eliten am Ruder gewesen seien - die Monarchen sowie die Kommunisten im ehemaligen Ostblock. Die Grüne EU- Eva Lichtenberger teilt hingegen die kritische Haltung gegenüber dem Europäischen Rat, den sie einen "nationalen Eliten-Basar, der den Lissabon-Vertrag systematisch unterläuft" nennt. Sie ruft dringend dazu auf, im Sinne der kommenden Generationen das Ziel der echten Integration nicht aus den Augen zu verlieren. Lob für den prinzipiellen Gedanken hinter dem Projekt Europa kommt vom Executive Director des Aspen Institute Deutschland, Charles King IV. Die bereits erbrachte Leistung dieses Experiments, nämlich 60 Jahre Frieden, verdiene daher größte Anerkennung. Darum warnt Mallory davor, die EU abzuschreiben.

Kritik an Menasses provokantem Prolog kam vom Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), Markus Spillmann. Europa sei nun einmal kein Gebilde, sondern nur auf Basis seiner gewachsenen Geschichte zu verstehen. In der aktuellen Gemengelage sei die oberste Priorität, sich zuerst darauf zu einigen, was Europa denn nun in Zukunft werden solle. Genau dieses gemeinsame Ziel, das Menasse in der Integration verortet, kann der Schweizer nämlich nicht erkennen. Dabei allein auf die Geschichte zu bauen sei zu wenig: "Das Argument der friedensstiftenden Union ist in Friedenszeiten zu wenig." Der Bundesstaat Schweiz habe letztlich 600 Jahre gebraucht, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Der Leiter des Wiener Büros der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit", Joachim Riedl, forderte mehr Realismus in der Debatte: "Die Vereinigung Europas ist schließlich kein Projekt, das aus der Bevölkerung entstanden ist oder von einer Massenpartei ausging, sondern geht auf eine kleine politische Elite zurück." Das vereinte Europa existiere in den Köpfen der Menschen nicht.

Erik Kirschbaum, der Korrespondent für Reuters in Berlin, hält hingegen große Stücke auf das Projekt Europa. Auch wenn die Geschwindigkeit der Integration nach dem etwas holprigen Muster "zwei Schritte nach vorne, einer zurück" funktioniere. Wenn Europa einen gemeinsamen Weg finde, so der Amerikaner, hätte es letztlich das Potenzial, selbst die USA zu überflügeln: "Weil die eigentlich viel gravierendere Probleme haben als Europa."

Letztlich kamen die Diskutanten zu einem Schluss, den Philosoph Liessmann so formulierte: Europa ist nicht mehr und noch nicht. Nicht mehr in der Situation, in der es vor 50 Jahren war. Und noch nicht dort, wo es die Visionäre der Integration gerne sehen würden. Nun gelte es, festzustellen, welchen Kurs man weiterhin einschlagen wolle. Bevor dieser gemeinsame Wille nicht formuliert wird, sei schließlich kein gemeinsamer Weg gangbar.

Der 5. Mediengipfel am Arlberg - einzigartiges Forum für Meinungsmacher

Initiiert wurde der Mediengipfel vor fünf Jahren von der Kommunikationsagentur pro.media, seither wird die Veranstaltung in enger Kooperation mit der Lech Zürs Tourismus GmbH organisiert. Im Rahmen des Mediengipfels am Arlberg treffen sich alljährlich führende Auslandskorrespondenten internationaler Medien mit österreichischen Medienmachern, um aus unterschiedlichsten Länderperspektiven aktuelle Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Medien sowie deren gesellschaftspolitische Auswirkungen zu analysieren.

Unterstützt wird das Treffen der Auslandskorrespondenten vom Verband der Auslandspresse in Österreich und Deutschland, Swarovski Tourism Service GmbH, Intersky, Mercedes Benz sowie den Medienpartnern Der Standard, APA - Austria Presse Agentur, ORF, Vorarlberger Nachrichten, NZZ - Neue Zürcher Zeitung, news aktuell sowie dem Presseclub Concordia

Bewertung

 

Werbung

Pressekontakt

pro.media kommunikation
c/o mag. stefan kröll
kapuzinergasse 34a
a-6020 innsbruck

t: +43 512 214004 11
f: +43 512 214004 21
m: +43 664 5258868

www.pressezone.at
facebook.com/pressezone
promedia [dot] kroell [at] pressezone [dot] at

Pressefach

pro.media kommunikation gmbh

Ortsbezug

Ähnliche Medienmitteilungen

DER STANDARD - Kommentar "Keine Grenzen, keine Konsequenzen" von Alexandra Föderl-Schmid
Was muss Heinz-Christian Strache sagen, damit die ÖVP zu dem Schluss kommt: Mit einer Partei, in der Menschen mit einer rechtsextremen Gesinnung aktiv sind, kann man keine Koalition bilden. VP-Chef Michael Spindelegger zeigt sich zwar empört über Straches Aussagen zur Judenverfolgung und fordert eine Entschuldigung. Ein Koalitionskandidat ist die FPÖ aber weiter für ihn. Denn: Was nach den...
"DER STANDARD"-Kommentar: "Abtauchen und ignorieren" von Alexandra Föderl-Schmid
Wo ist der Kanzler? Seit Freitag ist er abgetaucht. Es gibt nur eine schriftliche Erklärung von Werner Faymann und Michael Spindelegger zur Herabstufung der Bonität durch Standard & Poor's, in der beide betonen, dass dieser Schritt "unverständlich" sei. Wer erwartet hatte, der Regierungschef werde am Montag nach dem Treffen mit Vertretern von Nationalbank und Finanzmarktaufsicht eine...
DER STANDARD - Kommentar "Der Gipfel der Zweifler" von Alexandra Föderl-Schmid
Kapitalisten kritisieren den Kapitalismus. Das ist neu beim Weltwirtschaftsforum. So viel Systemkritik gab es noch nie in Davos wie im 42. Jahr nach der Gründung. Dass der Kapitalismus als Modell in einer veritablen Krise steckt, wurde beim diesjährigen Gipfel der Mächtigen mehr als deutlich. Schon vor der Eröffnung ließ Forumsgründer Klaus Schwab mit der Feststellung aufhorchen: "Das...
DER STANDARD-Kommentar: "Hilfe für Ungarn mit Auflagen" von Alexandra Föderl-Schmid
Was in Ungarn passiert, trifft Österreich voll. Wenn Ungarn in eine Staatspleite schlittert, wäre dies für die im Nachbarland stark engagierten österreichischen Banken eine Katastrophe - und damit für die ganze Republik. Auch andere österreichische Unternehmen sind durch die ungarische Steuerpolitik betroffen. Etwa durch die Sondersteuer zum Stopfen der Budgetlöcher, mit der der Umsatz von...
DER STANDARD-Kommentar: "Ein erster Schritt, nicht mehr" von Alexandra Föderl-Schmid
Der Rückzug Niko Pelinkas war ein erster, wichtiger Schritt. Die nächsten in Richtung Entpolitisierung des ORF werden schwieriger zu erzwingen, denn in dem Fall wurde so dreist und dumm vorgegangen, dass die Rücknahme der Personalentscheidung auch aus Sicht der SPÖ die beste Lösung war. Wenn Wrabetz beteuert, "die geplante Bestellung war ebenso wenig Gegenstand einer parteipolitischen Absprache...
DER STANDARD-Kommentar "Die Koalitionsbremse" von Alexandra Föderl-Schmid
Sie würden gerne fremd gehen, trauen sich aber nicht. Diesen Eindruck vermitteln die beiden Partner in der österreichischen Bundesregierung. Die SPÖ liebäugelt mit den Grünen, die ÖVP hofiert die FPÖ. Der Juniorpartner in der Regierung zeigt damit, so offen wie seit Jahren nicht mehr, dass die ÖVP für eine Neuauflage von Schwarz-Blau zu haben ist - auch mit Heinz-Christian Strache. Dass sich...